VW plant radikale Umstrukturierung: Werksschließungen und 100.000 Stellenstreichungen bis 2030
Lotta SchulteVW plant radikale Umstrukturierung: Werksschließungen und 100.000 Stellenstreichungen bis 2030
Die Volkswagen Group steht vor tiefgreifenden Veränderungen, da sie mit unterausgelasteten Werken und wachsendem Wettbewerb zu kämpfen hat. Einige europäische Standorte arbeiten seit Jahren mit weniger als 60 Prozent Auslastung – dadurch bleiben bis zu 800.000 Fahrzeuge ungenutzt. Das Unternehmen plant nun eine groß angelegte Umstrukturierung, um die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten litten die Werke in Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm unter geringer Produktion. An diesen Standorten sind rund 40.000 Menschen beschäftigt, doch ihr volles Potenzial wurde nie ausgeschöpft. Finanzvorstand Arno Antlitz warnte bereits, dass Werksschließungen unvermeidbar sein könnten, sollte die Unterauslastung anhalten.
Die Konzernführung hat weitreichende Maßnahmen vorgeschlagen, um die Probleme zu lösen. 2024 stimmte Volkswagen der Schließung von drei deutschen Werken und dem Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen im Inland zu. Im Rahmen des umfassenderen Plans von Vorstandsvorsitzendem Oliver Blume – der „Group Target Picture“ – sollen bis 2030 vier Werke geschlossen und weltweit 100.000 Stellen gestrichen werden.
Geringere Produktionskosten in Asien, insbesondere in China, verschärfen den Druck. Zudem belasten steigende Verkäufe chinesischer Fahrzeuge in Europa die Marktposition von Volkswagen. Das Unternehmen will nun seine deutschen Werke wieder an die volle Kapazitätsgrenze bringen.
Die geplante Restrukturierung umfasst Stellenabbau, Werksschließungen und organisatorische Änderungen. Gewerkschaften wie die IG Metall lehnen die Pläne entschieden ab und kündigen Widerstand an. Volkswagen strebt an, die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit seiner europäischen Aktivitäten wiederherzustellen.
