VWs Zwickauer Werk kürzt Schichten – 1.200 Jobs und Zukunftsängste wachsen
Lara WagnerKeine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl in VW Zwickau - VWs Zwickauer Werk kürzt Schichten – 1.200 Jobs und Zukunftsängste wachsen
VWs Werk in Zwickau – ein zentraler Standort für die Elektroauto-Produktion – steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Fabrik reduziert die Schichtarbeit von drei auf zwei Schichten, wodurch rund 1.200 Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig spiegeln die jüngsten Betriebsratswahlen wachsende Sorgen der Belegschaft über die Zukunft des Standorts wider.
An der Wahl beteiligten sich 8.200 Beschäftigte, die über ihre neue Interessenvertretung abstimmten. Die IG Metall ging als klarer Sieger hervor und sicherte sich mit über 81 Prozent der Stimmen 29 der 35 Sitze. Doch auch zwei Gruppen mit Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD konnten Zuwächse verzeichnen: Das "Freie Betriebsratsbündnis" erhielt 11,5 Prozent und vier Sitze, die "Alternative Liste" kam auf 7,3 Prozent und zwei Mandate.
Die Stimmung im Werk ist gedrückt – bedingt durch Produktionskürzungen und Stellenabbau. Volkswagen plant, bis 2030 in Deutschland insgesamt 35.000 Arbeitsplätze abzubauen, wobei auch Sachsen und Thüringen betroffen sein dürften. Viele Beschäftigte fürchten, dass der Standort Zwickau nach 2030 ganz geschlossen werden könnte, wenn die aktuelle Standortgarantie ausläuft.
Noch vor wenigen Jahren galt das Werk als Vorreiter bei VWs Umstieg auf die E-Mobilität. Doch die Unsicherheit über die langfristige Zukunft lässt die Belegschaft um ihre Jobs und die Rolle des Standorts in den Unternehmensplänen bangen.
Die Wahlergebnisse unterstreichen die tiefen Ängste der Zwickauer Belegschaft um Arbeitsplatzsicherheit und den Erhalt des Werks. Mit den bereits beschlossenen Schichtkürzungen und weiteren geplanten Einschnitten werden die kommenden Jahre über das Schicksal des Standorts entscheiden. Bisher hat Volkswagen nicht konkretisiert, wie viele der 35.000 Stellenstreichungen direkt Sachsen und Thüringen treffen werden.