Warnstreiks legen Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern lahm – Pendler sitzen fest
Emma GüntherArbeitgeber: 35-Stunden-Woche nicht bezahlbar - Warnstreiks legen Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern lahm – Pendler sitzen fest
Öffentlicher Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern durch Warnstreiks massiv beeinträchtigt
Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern kommt es aufgrund von Warnstreiks zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Auslöser ist das Scheitern der Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen Arbeitgebern. Rund 2.800 Beschäftigte in der Region sind in den Arbeitskampf um Arbeitszeiten und Löhne verwickelt.
Die Streiks begannen, nachdem die Arbeitgeber den Verdi-Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich eine Absage erteilten. Aktuell liegt die Wochenarbeitszeit bei 39 Stunden – die Gewerkschaftsforderung würde laut Carola Freier, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV), effektiv einer Lohnerhöhung von elf Prozent entsprechen. Freier bezeichnete die Forderung als "nicht finanzierbar" und betonte, sie sei nicht aus regionalen Verhandlungen entstanden, sondern von der Verdi-Bundesführung vorgegeben.
Infolge der Arbeitsniederlegungen blieben Busse und Straßenbahnen flächendeckend in den Depots. Der Verkehr brach um etwa 80 Prozent ein, sodass Pendler:innen stranden. Die Streiks sind Teil einer bundesweiten Kampagne, von der rund 100.000 Beschäftigte in fast allen Bundesländern – mit Ausnahme Niedersachsens – bei etwa 150 Verkehrsunternehmen betroffen sind.
Die nächste Verhandlungsrunde für Nordostdeutschland findet am 16. Februar in Rostock statt. Die Arbeitgeberseite beharrt darauf, dass es sich bei den Streiks um eine zentral gesteuerte Aktion der Verdi-Bundesebene handele und nicht um eine Reaktion auf regionale Probleme.
Die Auseinandersetzung hat in Mecklenburg-Vorpommern bereits zu erheblichen Verspätungen für Fahrgäste geführt. Da noch keine Einigung in Sicht ist, könnten bei einem Scheitern der Gespräche weitere Beeinträchtigungen folgen. Die dritte Verhandlungsrunde Ende dieses Monats wird für beide Seiten entscheidend sein.






