Widersprüche um toten Buckelwal: Minister Backhaus unter Druck durch interne Dokumente
Lara WagnerWidersprüche um toten Buckelwal: Minister Backhaus unter Druck durch interne Dokumente
Interne Dokumente aus dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns werfen Fragen zu den Aussagen von Minister Till Backhaus über einen toten Buckelwal auf. Der Minister hatte zuvor behauptet, das Tier habe nach seiner Freilassung am 2. Mai noch bis zum 6. oder 7. Mai überlebt. Das Ministerium hat bisher keine Bitte um Stellungnahme beantwortet.
Laut den Unterlagen erhielten Experten des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Bewegungsdaten des Wals. Allerdings hatte eine private Rettungsinitiative dem Ministerium zunächst einen Link zu den Daten zur Verfügung gestellt. Die verfügbaren Informationen zeigen, dass der Wal nach seiner Freilassung 215 Kilometer Luftlinie zurücklegte.
Fachleute gehen davon aus, dass die erfassten Daten nur einen Bruchteil dessen darstellen, was das Splash10-F-Gerät hätte aufzeichnen können. Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, stellte die Angaben des Ministers zum mehrtägigen Tauchverhalten des Wals infrage. Die Daten bestätigten nicht, dass der Wal noch bis zum 6. oder 7. Mai am Leben war.
Die internen Aufzeichnungen des Ministeriums widersprechen damit der offiziellen Zeitangabe von Backhaus. Experten verweisen zudem auf Lücken in den Bewegungsdaten. Ohne weitere Belege bleibt der genaue Zeitpunkt des Todes des Wals ungewiss.






