31 May 2026, 22:02

Wie ein Überlebender syrischer Folter seine Geschichte in einem Graphic Novel verarbeitet

Von der Kunst des Überlebens

Wie ein Überlebender syrischer Folter seine Geschichte in einem Graphic Novel verarbeitet

Ein neuer Graphic Novel erzählt die erschütternde Geschichte von Akram Al Saud, einem Überlebenden der brutalen syrischen Haftzentren.„Al-Fazia’: Der Schrecken“, gezeichnet vom deutschen Comic-Künstler Tobi Dahmen, schildert Al Sauds Jahre der Gefangenschaft, Folter und seine eventualle Flucht nach Europa. Das Buch entstand im Rahmen eines kanadischen Forschungsprojekts, das Künstler mit Überlebenden staatlicher Gewalt zusammenbringt.

Akram Al Saud verbrachte 26 Jahre unter dem Assad-Regime, bevor er sich als Student den Protesten in Aleppo anschloss. Sein Engagement machte ihn zur Zielscheibe des syrischen Geheimdienstes. In den folgenden Jahren wurde er viermal inhaftiert und erlebte Folter und Demütigungen in den Haftanstalten des Regimes.

In seinen dunkelsten Momenten schwor sich Al Saud: „Ich werde widerstehen. Und ich werde überleben.“ Schließlich floh er nach Europa, wo er sich heute gegen Ungerechtigkeit erhebt – auch wenn er ein zurückhaltender Mensch geblieben ist.

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Tobi Dahmen, bekannt für seine sorgfältig recherchierten Comics wie den preisgekrönten „Columbusstraße“, übernahm die Umsetzung von Al Sauds Geschichte. Statt die Gewalt direkt darzustellen, wählt Dahmen einen sensiblen visuellen Ansatz, der das Trauma andeutet, ohne es nachzustellen. Das Projekt wurde von einer kanadischen Initiative unterstützt, die Künstler mit Überlebenden staatlicher Repression vernetzt.

Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass über 100.000 Menschen in Assads Gefängnissen und Folterkammern ums Leben gekommen sind. Al Sauds Bericht verleiht diesen Statistiken eine persönliche Stimme.

Der Graphic Novel „Al-Fazia’: Der Schrecken“ ist nun erhältlich und gibt Leser:innen einen Einblick in den Kampf eines Mannes gegen Unterdrückung. Al Sauds Geschichte steht als Zeugnis des Überlebens und als Aufruf zur Rechenschaft. Die Zusammenarbeit zwischen Künstler und Überlebendem stellt sicher, dass seine Erfahrungen weder in Vergessenheit geraten noch beschönigt werden.

Quelle