Wirtschaftsexperten warnen vor Folgen einer Massenrückkehr syrischer Arbeitskräfte
Marie SchneiderWirtschaftsexperten warnen vor Folgen einer Massenrückkehr syrischer Arbeitskräfte
Bundeskanzler Friedrich Merz' Prognose, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden, stößt bei Wirtschaftsexperten auf Skepsis. Führende Forschungsinstitute warnen, dass ein derartiger massenhafter Wegzug die Arbeitskräftebasis des Landes schwächen und die wirtschaftliche Stabilität gefährden könnte.
Laut Stand 2024 leben in Deutschland rund 936.000 syrische Staatsbürger, darunter über 700.000 Geflüchtete des Bürgerkriegs. Viele von ihnen haben bereits eine Arbeit gefunden, sodass ihr möglicher Abgang die Wirtschaft vor Herausforderungen stellen würde.
Ökonomen zweifeln an der Realisierbarkeit von Merz' Aussage. Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) betonte, dass selbst eine größere Rückkehr syrischer Migranten den demografischen Druck verschärfen würde. Angesichts ohnehin stagnierenden Wachstumspotenzials könnte der Verlust von erwerbsfähigen Zuwanderern das Problem noch verschlimmern.
Timo Wollmershäuser vom ifo Institut ergänzte, dass die Zuwanderung bisher dazu beigetragen habe, den demografischen Rückgang zu verlangsamen. Ein plötzlicher Wegzug der Syrer – von denen viele mittlerweile beschäftigt sind – würde die Produktionskapazitäten verringern. Offizielle Zahlen zeigen, dass Hunderttausende in den Arbeitsmarkt integriert sind und ihre Rolle für die Wirtschaft messbar ist.
Die Institute nannten keine Daten dazu, in welchen Bundesländern die meisten Syrer leben. Dennoch wäre die wirtschaftliche Auswirkung ihres Weggangs voraussichtlich bundesweit spürbar, da sie in verschiedenen Branchen verteilt sind.
Eine Massenrückkehr der Syrer könnte die deutsche Erwerbsbevölkerung schrumpfen lassen und die alternde Gesellschaft zusätzlich belasten. Experten verweisen auf die Risiken, integrierte Arbeitskräfte in einer Phase fragilen Wirtschaftswachstums zu verlieren. Die Debatte dreht sich nun darum, wie Migrationspolitik mit den langfristigen wirtschaftlichen Erfordernissen in Einklang gebracht werden kann.






