Wolfgang Sagurna – ein prägender Architekt Sachsens nach der Wende stirbt mit 70
Emma GüntherWolfgang Sagurna – ein prägender Architekt Sachsens nach der Wende stirbt mit 70
Wolfgang Sagurna, eine prägende Persönlichkeit der sächsischen Landesregierung nach der Wiedervereinigung, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Seine Familie bestätigte die Nachricht, die zuerst von der Bild-Zeitung berichtet worden war, und beschrieb ihn als einen Mann, der eine lange Krankheit mit stiller Stärke ertragen habe.
Geboren in Paderborn, studierte Sagurna Publizistik und Jura in Göttingen und Bonn, bevor er eine Karriere im Journalismus begann. Seine politische Laufbahn startete 1991, als Kurt Biedenkopf, Sachsens erster Ministerpräsident nach der Wiedervereinigung, ihn zum Regierungssprecher in Dresden berief. Dort entwickelte er sich zu einem der engsten Berater Biedenkopfs und prägte maßgeblich das öffentliche Bild der neu gebildeten sächsischen Landesregierung.
Nach Biedenkopfs Rücktritt 2002 kehrte Sagurna kurzzeitig in eine zentrale Position der Verwaltung zurück. 2007 ernannte Ministerpräsident Georg Milbradt ihn zum Chef der Sächsischen Staatskanzlei – ein Amt, das er bis zum Amtsantritt einer neuen Regierung innehatte. Später, von 2013 bis 2019, leitete er als Präsident den Medienrat der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) und war dort für die Regulierung des Privatrundfunks und der digitalen Medien zuständig.
Seine Familie betonte, dass er eine schwere Krankheit in den letzten Jahren mit Würde und Gelassenheit getragen habe.
Sagurnas Wirken umfasste Journalismus, Regierungscommunication und Medienregulierung. Besonders in den 1990er-Jahren trug er entscheidend dazu bei, das frühe Image Sachsens nach der Wiedervereinigung zu prägen. Er hinterlässt ein Erbe, das eng mit der politischen und medienpolitischen Entwicklung des Freistaates verbunden ist.






