500-Milliarden-Sondervermögen fließt kaum in Schulen – DPhV übt scharfe Kritik
Lotta Schulte500-Milliarden-Sondervermögen fließt kaum in Schulen – DPhV übt scharfe Kritik
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Verwendung der Mittel aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen im Jahr 2025 scharf kritisiert. Untersuchungen zeigen, dass der Großteil der geliehenen Gelder nicht in neue Bildungsinvestitionen floss, sondern lediglich bestehende Ausgaben ersetzte – mit dem Ergebnis, dass Schulen trotz enormen Bedarfs kaum Verbesserungen erfahren haben.
Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) und des ifo Instituts belegen, dass nur ein geringer Teil der im vergangenen Jahr aufgenommenen Schulden tatsächlich zusätzliche Projekte förderte. Zwischen 86 und 95 Prozent der Mittel dienten stattdessen der Deckung laufender Kosten, statt die Bildungsinfrastruktur zu stärken. Dies geschieht in einer Zeit, in der Kommunen allein bei der Sanierung von Schulgebäuden einen Investitionsstau von 67,8 Milliarden Euro bewältigen müssen.
Der DPhV hatte zuvor gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für die Sanierung und Modernisierung von Schulen bereitzustellen. Doch der DigitalPakt 2.0, der bis 2030 lediglich 5 Milliarden Euro vorsieht, bleibt weit hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Zudem wurden strukturelle Mängel bei der Verteilung der Mittel kritisiert.
Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des DPhV, betonte, dass künftige Generationen die Schuldenlast tragen müssten, ohne spürbare Fortschritte an ihren eigenen Schulen zu erleben. Sie rief die Bundesländer zu einer gemeinsamen Initiative auf, um die Bildungsausgaben Priorität einzuräumen. Gemäß Artikel 143h des Grundgesetzes dürfe das Sondervermögen ausschließlich zusätzliche Investitionen finanzieren – ein Ziel, das mit der aktuellen Praxis verfehlt werde.
Nordrhein-Westfalen erhielt beispielsweise insgesamt rund 21,1 Milliarden Euro, wobei 60 Prozent an Kommunen wie Dortmund gingen. Von Dortmunda Anteil in Höhe von 357,9 Millionen Euro sind die Hälfte für Schulen und Kinderbetreuung über mehrere Jahre vorgesehen. Dennoch fehlen transparente Daten darüber, welche Bundesländer oder Kommunen die höchsten Summen für den Bildungsbereich erhielten.
Die Kritik des DPhV offenbart eine Kluft zwischen finanziellen Zusagen und tatsächlichen Verbesserungen an Schulen. Angesichts eines 67,8-Milliarden-Euro-Sanierungsstaus und begrenzter Neuinvestitionen pocht der Verband auf eine zielgerichtetere Verwendung künftiger Mittel. Sein Appell an eine abgestimmte Vorgehensweise der Länder zielt darauf ab, dass Schulen endlich die würdigen Lernumgebungen erhalten, die sie dringend benötigen.






