73 Kommunen fordern 32 Milliarden Euro – sonst droht der Kollaps der Grundversorgung
Lotta Schulte73 Kommunen fordern 32 Milliarden Euro – sonst droht der Kollaps der Grundversorgung
Ein Bündnis aus 73 deutschen Kommunen hat Bundeskanzler und Politiker zu dringender finanzieller Unterstützung aufgerufen. Die Gruppe mit dem Namen "Für die Würde unserer Städte" vertritt rund 10 Millionen Einwohner in acht Bundesländern. In einem offenen Brief weisen sie auf sich verschärfende Haushaltskrisen hin und warnen vor einer weiteren Verschlechterung der kommunalen Dienstleistungen, falls keine Maßnahmen ergriffen werden.
Dem Bündnis gehören Städte und Landkreise wie Mainz an, wo Verantwortliche den Verfall der Infrastruktur als täglichen Kampf beschreiben. Als Beispiele werden Schlaglöcher genannt, die monatelang nicht repariert werden, oder Schüler, die zu Hause die Toilette benutzen müssen, weil die Sanitäranlagen in Schulen defekt sind. Viele Regionen leiden zudem unter wirtschaftlichem Niedergang: Sinkende Steuereinnahmen und steigende Sozialausgaben belasten die Haushalte zusätzlich.
Die Kommunen fordern Entlastungen in Höhe von 32 Milliarden Euro pro Jahr – fast identisch mit dem Defizit von 31,9 Milliarden Euro, das das Statistische Bundesamt im vergangenen Jahr verzeichnete. In ihrem Schreiben betonen sie, dass die Handlungsfähigkeit der lokalen Behörden immer weiter schwindet, und warnen: "Jeden Tag verlieren wir ein weiteres Stück unserer Handlungsmöglichkeiten." Über die marode Infrastruktur hinaus sehen sie einen direkten Zusammenhang zwischen der finanziellen Not und sozialer Unruhe – etwa durch wachsende Zustimmung für extremistische Parteien in wirtschaftlich schwachen Regionen.
Der Appell richtet sich an Bund und Länder, die von "struktureller Unterfinanzierung" sprechen. Ohne Gegensteuerung, so die Argumentation, werde sich der Verfall der Grundversorgung fortsetzen und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung weiter anwachsen.
Die Kommunen haben eine klare Forderung aufgestellt: 32 Milliarden Euro jährlich, um ihre Finanzen zu stabilisieren. In ihrem Schreiben verknüpfen sie die Mittelknappheit mit sichtbaren Problemen wie Schulschließungen und maroden Straßen. Nun wartet das Bündnis auf eine Reaktion aus Berlin und den Landeshauptstädten.






