Agravis Raiffeisen wagt den Sprung nach Süddeutschland – ohne eigene Marke
Emma GüntherAgravis Raiffeisen wagt den Sprung nach Süddeutschland – ohne eigene Marke
Agravis Raiffeisen AG dringt erstmals in Süddeutschland vor
Die Agravis Raiffeisen AG, Deutschlands zweitgrößter Agrarhändler, expandiert erstmals in den Süden des Landes. Bisher konzentrierte sich das Unternehmen auf Regionen von den Niederlanden bis nach Polen mit einem starken Standbein in Nordwest- und Ostdeutschland. Nun strebt es ein Wachstum in Bayern und Baden-Württemberg an – allerdings ohne eigene Markenpräsenz aufzubauen.
Laut Branchenangaben von Statista und der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hält Agravis seit fünf Jahren stabil den dritten Platz im deutschen Agrarhandel. Der Marktanteil des Unternehmens liegt zwischen 15 und 17 Prozent, knapp hinter dem Marktführer BayWa (rund 25 Prozent) und der Raiffeisen Waren-Zentrale (20 bis 22 Prozent). Durch die jüngste Konsolidierung von Konkurrenten wie Amaggi und regionalen Genossenschaften steht der Marktanteil von Agravis jedoch unter leichtem Druck.
Im letzten Geschäftsjahr verzeichnete Agravis einen nahezu stabilen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern stieg von 65 Millionen auf 70,1 Millionen Euro. Derweil kämpft der Branchenprimus BayWa mit Rückgängen: Im ersten Dreivierteljahr 2025 sanken die Erlöse auf 9,6 Milliarden Euro, bedingt durch Umstrukturierungen und Schuldenprobleme.
In Süddeutschland setzt Agravis auf Partnerschaften mit lokalen Genossenschaften statt auf den Aufbau einer eigenen Markenpräsenz. Diese Strategie weicht von der bisherigen Vorgehensweise in anderen Regionen ab.
Die Expansion nach Bayern und Baden-Württemberg markiert eine neue Phase für das Unternehmen. Durch die Zusammenarbeit mit bestehenden Genossenschaften umgeht Agravis direkte Konkurrenz und erschließt gleichzeitig neue Märkte. Während BayWa mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, profitiert Agravis von seiner soliden Finanzlage – und schafft sich damit Spielraum für weiteres Wachstum.






