10 May 2026, 16:02

Caritas-Präsidentin warnt vor höheren Pflegekosten durch geplante Reformen

Alte Frau im Krankenhausbett liegend mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf den H"anden ruhend, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Caritas-Präsidentin warnt vor höheren Pflegekosten durch geplante Reformen

Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa warnt vor geplanten Reformen der Pflegeversicherung

Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, hat Bedenken gegenüber den geplanten Reformen des deutschen Pflegeversicherungssystems geäußert. Sie warnte, dass die Änderungen die finanziellen Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weiter erhöhen könnten.

Die Bundesregierung prüft derzeit einen Vorschlag, die Wartezeit bis zur Senkung der Eigenbeteiligung bei stationärer Pflege zu verlängern. Statt wie bisher nach zwölf Monaten sollen die Kosten für die Betroffenen erst nach 18 Monaten sinken. Zwar könnte dies kurzfristig die Ausgaben des Systems verringern, doch Kritiker bemängeln, dass damit das geplante gestufte Entlastungsmodell ausgehöhlt werde.

Welskop-Deffaa betonte, dass die Reform auf keinen Fall zu Kürzungen bei zentralen Leistungen führen dürfe. Dazu zählen die beitragsfreie Familienmitversicherung, gestaffelte Beitragssätze sowie die Rentenabsicherung für pflegende Angehörige. Zudem wies sie auf die Gefahr hin, dass Menschen vor dem Einzug in eine Pflegeeinrichtung Vermögen auf Familienmitglieder übertragen könnten, um höhere Gebühren zu umgehen.

Die Caritas-Chefin unterstrich die Bedeutung der generationenübergreifenden Solidarität innerhalb der Familien für das Pflegesystem. Sie forderte eine stärkere Unterstützung für pflegende Angehörige, die eine zentrale Rolle in der Versorgung einnehmen. Ohne ausreichenden Schutz, so ihre Warnung, könnte das auf Solidarität basierende Modell an Vertrauen in der Bevölkerung verlieren.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (parteilos) will voraussichtlich Mitte Mai einen Reformentwurf vorlegen. Die Pläne haben bereits eine Debatte über mögliche Auswirkungen auf besonders schutzbedürftige Gruppen ausgelöst.

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Ziel der Reformen ist es, die finanzielle Belastung des Pflegesystems zu verringern. Kritiker befürchten jedoch, dass dadurch die Kosten weiter auf die Pflegebedürftigen und ihre Familien abgewälzt werden. Der endgültige Entwurf wird zeigen, ob die Unterstützung für pflegende Angehörige und die generationengerechte Ausgestaltung des Systems Priorität behalten.

Quelle