Deutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritiker fordern mehr Entlastung
Lotta SchulteDeutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritiker fordern mehr Entlastung
Die Deutsche Bahn hat eine einjährige Preisgarantie für Fernverkehrstickets ab dem 1. Mai angekündigt. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen, die Belastungen durch die anhaltende Energiekrise abzumildern. Doch Fahrgastverbände kritisieren den Schritt als unzureichend angesichts der anhaltenden Probleme im Service.
Vorstandschefin Evelyn Palla bestätigte, dass die Ticketpreise für zwölf Monate unverändert bleiben sollen. Das Vorhaben zielt darauf ab, in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten finanzielle Entlastung zu bieten. Dennoch bezeichnete die Fahrgastinitiative Pro Bahn die Ankündigung als ungenügend.
Detlef Neuß, der ehrenamtliche Vorsitzende des Verbandes, argumentierte, dass ein einfaches Einfrieren der Preise nicht ausreiche. Er verwies auf anhaltende Verspätungen und häufige Zugausfälle als zentrale Sorgen der Reisenden. Zudem stellte Neuß infrage, ob die Preisgarantie tatsächlich zu Kostensenkungen führe – schließlich gelte weiterhin das dynamische Preissystem.
Die Fernverkehrstarife richten sich derzeit nach Strecke, Reisezeit und Nachfrage, ohne feste Grundpreise. Neuß betonte, dass eine Preiserhöhung unter diesen Bedingungen unangemessen wäre. Stattdessen forderte er eine direkte Senkung der Ticketpreise, um die Fahrgäste besser zu entlasten.
Die Preisgarantie tritt am 1. Mai in Kraft und gilt bis ins Frühjahr 2025. Während die Deutsche Bahn sie als Reaktion auf die Energiekrise darstellt, verweisen Kritiker auf die anhaltenden Serviceprobleme. Pro Bahn setzt sich weiterhin für niedrigere Preise und eine höhere Zuverlässigkeit im Fernverkehr ein.






