11 April 2026, 14:07

Deutsche Bahn unter Evelyn Palla: Radikale Sanierung mit Stellenabbau und Verzögerungen

Alte Karte des Basel-Strasburg-Gebiets in Deutschland, die das Ausmaß einer Bahnstrecke mit Text und Linien hervorhebt.

Deutsche Bahn unter Evelyn Palla: Radikale Sanierung mit Stellenabbau und Verzögerungen

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn (DB), hat ehrgeizige Pläne zur Sanierung des angeschlagenen Bahnkonzerns vorgelegt. Ihre Strategie umfasst Stellenabbau, Umstrukturierungen und die Ausrichtung auf langfristige Rentabilität – doch Großprojekte wie Stuttgart 21 werden voraussichtlich Verzögerungen erfahren.

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Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen ein gemischtes Bild: Zwar stieg der Umsatz auf 27 Milliarden Euro, doch nach Steuern verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro.

Palla übernahm die Führung der DB mit einem klaren Auftrag: die Abläufe zu verschlanken und die finanzielle Lage zu verbessern. Bereits jetzt hat sie den Vorstand verkleinert und mehrere Führungskräfte ausgetauscht. Weitere Umstrukturierungen stehen in diesem Jahr an – ähnlich wie in ihrer früheren Tätigkeit bei Siemens, Infineon und Eon.

Einer der tiefgreifendsten Einschnitte betrifft DB Cargo, wo 6.200 Stellen – fast ein Viertel der Belegschaft – gestrichen werden sollen. Die Sparte hat bereits unrentable Transportleistungen eingestellt. Palla warnte zudem, dass die Umsätze in den kommenden Jahren aufgrund der bis 2036 andauernden Sanierungsmaßnahmen voraussichtlich sinken werden.

Für Fahrgäste steht die Zuverlässigkeit im Mittelpunkt. Palla strebt an, die Pünktlichkeit im Fernverkehr bis 2029 auf 70 Prozent zu steigern. Verspätungen sollen künftig schneller kommuniziert werden, und zusätzliches Sicherheitspersonal soll die Sicherheit erhöhen. Aktualisierungen zu Großprojekten wie dem Bahnknoten Stuttgart 21 werden jedoch frühestens im Sommer erwartet.

Die aktuellen Finanzkennzahlen unterstreichen die Dimension der Herausforderung: Der Umsatz wuchs um 3 Prozent auf 27 Milliarden Euro, und das operative Ergebnis lag bei 297 Millionen Euro. Doch hohe Abschreibungen im Fernverkehr drückten das Nettoergebnis auf minus 2,3 Milliarden Euro. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder unterstützt die Reformen und setzt sich mit einem Maßnahmenpaket für ein zuverlässigeres Schienennetz ein.

Pallas Sanierungsplan markiert einen Kurswechsel hin zu langfristiger Stabilität – auch wenn dies kurzfristig Einschnitte und Verzögerungen bedeutet. Die Stellenstreichungen bei DB Cargo und der verlängerte Sanierungszeitraum werden die Unternehmensstrukturen grundlegend verändern. Gleichzeitig könnten Fahrgäste in den nächsten Jahren schrittweise Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Servicequalität erleben.

Quelle