07 May 2026, 14:05

"Deutschland erstickt an Bürokratie": Tunnelbau-Pionier schlägt Alarm

Altes Schwarz-Weiß-Foto eines zerfallenden Tunnels in den Ruinen der Berliner Mauer, mit Schutt auf dem Boden und einem Licht am Ende.

"Deutschland erstickt an Bürokratie": Tunnelbau-Pionier schlägt Alarm

Martin Herrenknecht, der 83-jährige Vorstandsvorsitzende der Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor der Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Er behauptet, das Land ersticke an Bürokratie und verliere zunehmend seine Wettbewerbsfähigkeit. Seine Kritik kommt zu einer Zeit, in der große Infrastrukturprojekte hierzulande jahrelange Verzögerungen erleben, während vergleichbare Vorhaben im Ausland zügig vorankommen.

Herrenknecht, dessen Unternehmen weltweit führend im Bau von Tunnelbohrmaschinen ist, verwies auf ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg als bezeichnendes Beispiel. Das Projekt steckt seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Demgegenüber erhielt ein vergleichbares Vorhaben in Chennai, Indien, bereits nach nur drei Monaten die Genehmigung.

Der Unternehmer mit Firmensitz in Schwanau beschrieb Deutschland als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen. Er argumentierte, dass die überbordende Regulierung es ihm heute unmöglich machen würde, sein Unternehmen zu gründen. Sein Betrieb, der weltweit rund 5.500 Mitarbeiter beschäftigt, war an prestigeträchtigen Projekten wie dem Gotthard-Basistunnel und dem Brenner-Basistunnel beteiligt.

Doch Herrenknecht übt nicht nur Kritik an der Bürokratie, sondern auch an gesellschaftlichen Haltungen. Er bezeichnete Deutschland als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“ und warnte, dass das Land ohne dringende Reformen „geradewegs gegen die Wand fahre“.

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Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Frustration über die zähen Genehmigungsverfahren in Deutschland wider. Während sein Unternehmen im internationalen Infrastrukturgeschäft erfolgreich ist, stehen die inländischen Verzögerungen in krassem Gegensatz dazu. Die Warnungen deuten darauf hin, dass Deutschland ohne Kurswechsel weiter an Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit einbüßen könnte.

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