Elektroauto-Boom scheitert an fehlenden Ladesäulen in 42 Prozent der Kommunen
Marie SchneiderElektroauto-Boom scheitert an fehlenden Ladesäulen in 42 Prozent der Kommunen
Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland steigt stark – doch fast 42 Prozent der Kommunen haben keine Ladesäulen
Angesichts der steigenden Ölpreise im Zuge des Iran-Konflikts ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Deutschland deutlich angestiegen. Doch fast 42 Prozent der deutschen Kommunen verfügen noch immer über keine öffentlich zugänglichen Ladestationen. Kritiker warnen, dass die ungleiche Infrastruktur den Umstieg von Benzin- und Dieselautos verzögern könnte.
Laut Daten vom 25. Mai 2026 haben 4.548 von 10.775 deutschen Kommunen keine öffentlichen Lademöglichkeiten. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind eklatant: In Ostdeutschland ist die Hälfte aller Gemeinden ohne Ladestationen, im Westen betrifft das nur ein Viertel. Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch kritisierte die Ungleichheit als ungerecht und kontraproduktiv.
Größere Städte sind besser aufgestellt – 99 Prozent der Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern verfügen über mindestens eine Ladesäule. Doch ländliche Regionen kämpfen mit Versorgungslücken, besonders in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Bremen, Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und das Saarland melden dagegen eine flächendeckende Abdeckung.
Um den Absatz zu fördern, hat die Bundesregierung Kaufprämien von 1.500 bis 6.000 Euro für Haushalte eingeführt, die sich ein Elektroauto anschaffen – rückwirkend zum 1. Januar. Dennoch bleibt das lückenhafte Ladenetz ein großes Hindernis für den Ausstieg aus Verbrennungsmotoren.
Die ungleichmäßige Verteilung der Ladestationen gefährdet Deutschlands Elektroauto-Offensive. Zwar sollen die Subventionen Käufer anlocken, doch das Fehlen einer Grundversorgung in fast der Hälfte der Kommunen könnte den Fortschritt bremsen. Ohne einen flächendeckenden Ausbau drohen sich die Verzögerungen beim Umstieg von Benzin und Diesel weiter zu verstärken.






