04 April 2026, 06:04

Energiekrise drückt Deutschlands Wachstum 2026 auf nur 0,6 Prozent

Schwarzer Hintergrund mit weißer Schrift, die besagt: "Prognose vs Vorhersage: Vorhersagen ist eine Frage der Sicherheit, und Prognosen sind eine Frage des Ungewissen."

Energiekrise drückt Deutschlands Wachstum 2026 auf nur 0,6 Prozent

Die Wirtschaftslage Deutschlands hat sich deutlich eingetrübt, da explodierende Energiepreise die Wachstumsprognosen stark nach unten korrigieren. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten nun für 2026 nur noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent – halb so viel wie bisher angenommen. Die drastische Abwärtsrevision folgt auf monatelange Turbulenzen an den globalen Energiemärkten, die durch die eskalierende Iran-Krise ausgelöst wurden.

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Die Krise begann Ende 2025, spitzte sich jedoch am 28. Februar 2026 zu, als Angriffe in der Straße von Hormus 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) unterbrachen. Seither sind die Preise für die Nordsee-Ölsorte Brent um 54 bis 57 Prozent auf über 113 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Die europäischen Gaspreise kletterten um fast 60 bis 61 Prozent auf etwa 50 Euro pro Megawattstunde. Der Preisschub trieb die Kosten für Kraftstoffe, Heizöl und Diesel in ganz Europa in die Höhe – besonders betroffen sind Deutschland und die Eurozone.

Die Inflation ist auf 2,9 Prozent geklettert und belastet Haushalte sowie Schlüsselbranchen, darunter die Milchwirtschaft. Die Institute fordern daher "gezielte soziale Ausgleichsmaßnahmen", um einkommensschwache Familien vor den steigenden Kosten zu schützen. Gleichzeitig warnen sie vor kurzfristigen staatlichen Preisdeckeln für Energie, da diese die Markinstabilität weiter verschärfen könnten.

Trotz des Abschwungs haben expansive Finanzpolitiken die Binnennachfrage gestützt. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut betonte, dass ohne diese Unterstützung der Einbruch deutlich härter ausgefallen wäre. Die offiziellen Wachstumsprognosen der Regierung, die am 22. April veröffentlicht werden, bauen auf diesen Erkenntnissen auf.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordert "mutige Reformen", um die geschwächte Konjunktur zu stärken. Die im Frühling erstellte Prognose – erarbeitet von sechs führenden deutschen und österreichischen Forschungsinstituten – führt den Wachstumsrückgang eindeutig auf den "Energieschock" zurück, der durch den Iran-Konflikt ausgelöst wurde.

Die revidierten Zahlen zeichnen ein düsteres Bild für 2026: Das Wachstum liegt bei nur 0,6 Prozent, während die Inflation bis 2027 bei etwa 2,8 bis 2,9 Prozent verharren dürfte. Zwar haben fiskalpolitische Maßnahmen die Folgen abgemildert, doch stehen die Verantwortlichen nun vor der Herausforderung, Haushalte zu entlasten, ohne die langfristige Stabilität der Wirtschaft zu gefährden. Der anstehende Regierungsbericht wird zeigen, ob weitere Schritte nötig sind, um die Volkswirtschaft vor anhaltender Energiepreisschwankungen zu schützen.

Quelle