Finanzskandal erschüttert Eisschnelllauf-Verband: Athleten zahlen, Funktionäre schweigen
Lotta SchulteFinanzskandal erschüttert Eisschnelllauf-Verband: Athleten zahlen, Funktionäre schweigen
Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) steckt in tiefer werdender Finanzkrise. Die Deutsche Bahn kämpft mit einer sich verschärfenden Finanzkrise. Funktionäre äußern schwere Bedenken wegen mangelnder Transparenz und instabiler Führung. Während Athleten hohe Startgebühren zahlen müssen, verschärfen ausstehende Zahlungen und fehlende Finanzunterlagen die Lage zusätzlich.
Matthias Große übernahm 2020 während einer finanziell angespannten Phase das Amt des DESG-Präsidenten. Doch unter seiner Führung hat sich die Situation des Verbandes deutlich verschlechtert. Seine gesamte Amtszeit ist von finanziellen Unregelmäßigkeiten geprägt: Haushaltspläne werden unter Verschluss gehalten, die Jahresabschlüsse für 2023 und 2024 sind bis heute nicht veröffentlicht. Auch Preisgelder für Sportler wurden verspätet ausgezahlt – viele kämpfen mit den Folgen.
Auf einer Mitgliederversammlung am 18. Mai 2025 verweigerten die Delegierten die Entlastung des Vorstands. Die Sitzung wurde abrupt vertagt, was die Unsicherheit über die Zukunft des Verbandes weiter vertiefte. Große hatte zuvor nur knapp einen Abwahlversuch überstanden, indem er Mitglieder in einer Nachwahl unter Druck setzte, ihn erneut zu bestätigen.
Die Finanzmisere trifft die Athleten direkt. Spitzenläuferinnen wie Josie Hofmann, Josephine Schlörb und Lea Sophie Scholz mussten für Weltcup-Reisen "Startgebühren" von bis zu 2.000 Euro zahlen. Jens Wallussek vom Sächsischen Eissport-Verband nannte diese Bedingungen "inakzeptabel". Zudem gab er bekannt, dass auch das Bundesinnenministerium Bedenken zur Stabilität der DESG hegt.
Obwohl Große kurz nach seinem Amtsantritt einen Bauunternehmen als Sponsor gewinnen konnte, blieb unklar, wie viel Geld tatsächlich beim Verband ankam. Die undurchsichtige Mittelverwendung macht es unmöglich zu beurteilen, ob die Sponsorengelder die Trainingsbedingungen in Inzell vor den Olympischen Winterspielen 2024 verbessert haben. Ohne klare Finanzaufstellungen scheuen potenzielle Nachfolger die Übernahme des kriselnden Verbandes.
Die DESG bleibt in der Krise gefangen: Ungeklärte Finanzfragen und ein Führungsvakuum belasten den Verband. Die Athleten tragen weiterhin hohe Kosten und erhalten kaum Planungssicherheit. Ohne Transparenz und Reformen bleibt die Zukunft der DESG – und damit die Unterstützung des deutschen Eisschnelllaufs – ungewiss.






