16 April 2026, 12:04

GKV 2024: BKK-Chefin fordert radikale Sparmaßnahmen gegen Milliarden-Defizite

Plakat mit Logo und Text, der besagt "Präsident Biden hat die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act gedeckelt."

GKV 2024: BKK-Chefin fordert radikale Sparmaßnahmen gegen Milliarden-Defizite

Gesetzliche Krankenversicherung steht 2024 vor steigenden Defiziten – BKK-Chefin schlägt Sparmaßnahmen vor

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland sieht sich 2024 mit wachsenden Haushaltslücken konfrontiert, da die Kosten stärker steigen als im Vorjahr. Anne-Kathrin Klemm, Vorsitzende des BKK-Dachverbands, hat nun ein Bündel an Einsparvorschlägen vorgelegt, um die Finanzierung zu stabilisieren. Dazu zählen eine Senkung der Mehrwertsteuer, schärfere Abrechnungskontrollen sowie die Wiedereinführung von Budgetobergrenzen für Ärzte.

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Besonders umstritten ist Klemms Plan, die Budgetdeckel für Hausärzte wieder einzuführen. Allein diese Maßnahme könnte jährlich zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro einsparen. Zudem schlägt sie vor, die Obergrenzen auf Kinder- und Jugendärzte auszuweiten – was weitere 300 Millionen Euro pro Jahr bringen könnte.

Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (KBV), warnt jedoch vor negativen Folgen: Werden die Honorare pro Patient gekürzt, könnten viele Ärzte reagieren, indem sie weniger Termine anbieten.

Über die Arztvergütung hinaus fordert Klemm steuerliche Entlastungen, um die Finanznot zu lindern. Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent würde der GKV jährlich 6 bis 7 Milliarden Euro bringen. Wird der ermäßigte Steuersatz auch auf Hilfsmittel ausgeweitet, ließen sich zusätzlich rund 750 Millionen Euro pro Jahr einsparen.

Weitere Vorschläge umfassen eine Erhöhung des Herstellerabschlags auf Medikamente von 7 auf 12 Prozent, was jährlich 1,3 Milliarden Euro sparen könnte. Zudem plädiert Klemm für strengere Abrechnungsprüfungen in Krankenhäusern – hier sieht sie ein Einsparpotenzial von etwa einer Milliarde Euro, ohne neue Deckel vorzugeben.

Am Montag wird die Finanzkommission der Regierung eigene Maßnahmen gegen die wachsenden Defizite vorlegen.

Klemms Pläne zielen auf mehrere Bereiche ab – von der Arztvergütung über Steueranpassungen bis hin zu Abrechnungskontrollen. Würden die Vorschläge umgesetzt, könnte die GKV jährlich um Milliarden entlastet werden. Die endgültigen Entscheidungen hängen jedoch von den anstehenden Empfehlungen der Regierung ab.

Quelle