Jens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die Kritik in der Union wächst
Marie SchneiderJens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die Kritik in der Union wächst
Jens Spahn hat sich am Dienstag in einer Abstimmung erneut als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion durchgesetzt. Mit 86,5 Prozent der Stimmen gewann er zwar deutlich, doch das Ergebnis offenbart wachsende Unzufriedenheit unter den Abgeordneten. Fast jeder Fünfte stimmte gegen ihn – obwohl es keinen Gegenkandidaten gab.
Auf Spahn entfielen 167 Ja-Stimmen, 26 Abgeordnete votierten mit Nein, drei enthielten sich. Damit fiel sein Ergebnis deutlich schwächer aus als bei seiner ersten Wahl, als er noch 91,3 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Der Rückgang deutet auf zunehmende Verärgerung in der Fraktion hin.
Die Kritik an Spahns Führung hat sich in den vergangenen Monaten zugespitzt. Sein gescheiterter Kanzlerkandidatur-Versuch und die Rücknahme von Richterernennungen zogen scharfe Vorwürfe nach sich. Als Gesundheitsminister stand er zudem wegen riskanter Maskenbeschaffungen in der Kritik, die den Steuerzahler rund sechs Milliarden Euro kosteten.
Auch die allgemeine politische Stimmung trägt zur Nervosität bei: In Umfragen liegt die Union mittlerweile hinter der rechtspopulistischen AfD – ein Alarmzeichen für viele Parteimitglieder. Zwar behält Spahn sein Amt, doch die geschwächte Unterstützung könnte künftige Konflikte anheizen – nicht nur für ihn, sondern auch für Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz.
Spahns Wiederwahl bestätigt zwar vorerst seine Führungsrolle, doch die nachlassende Rückendeckung macht interne Spannungen deutlich. Angesichts der schwachen Umfragewerte und der Kritik an früheren Entscheidungen könnte das Ergebnis die Opposition innerhalb der Partei weiter stärken. Die Union steht damit in den kommenden Monaten vor strategischen wie geschlossenen Herausforderungen.






