Licht aus für Deutschlands älteste Leuchten-Manufaktur nach 200 Jahren Handwerkskunst
Marie SchneiderLeuchtmittelhersteller Wurzen stellt Produktion ein - Licht aus für Deutschlands älteste Leuchten-Manufaktur nach 200 Jahren Handwerkskunst
Leuchten-Manufaktur Wurzen: Deutschlands älteste Lichtwerkstatt schließt Ende Februar
Die Leuchten-Manufaktur Wurzen, Deutschlands älteste Werkstatt für Beleuchtungskörper, wird Ende Februar ihre Tore schließen. Das Unternehmen, bekannt für handgefertigte Kronleuchter, die Bauwerke wie die Dresdner Semperoper oder das Bremer Rathaus erstrahlen lassen, meldete Ende November Insolvenz an – nach einem drastischen Einbruch der Aufträge.
Die Probleme des Betriebs begannen mit einem starken Nachfragerückgang, der im November 2025 zur vorläufigen Insolvenz führte. Trotz internationaler Suche fand sich kein Investor, der das Unternehmen retten wollte. Bis Ende Januar zogen sich die letzten beiden potenziellen Käufer zurück, sodass die Werkstatt keine andere Wahl hatte, als acht Mitarbeitern die Kündigung auszusprechen.
In ihrer langen Geschichte schmückten die handgefertigten Stücke der Manufaktur mindestens fünf bedeutende deutsche Standorte: die Semperoper in Dresden, das Bremer Rathaus, die Leipziger Michaeliskirche, Schloss Hundisburg in Sachsen-Anhalt und Schloss Bad Muskau in Sachsen. Nun konzentrieren sich die Bemühungen darauf, das geistige Eigentum des Unternehmens zu bewahren – darunter Entwurfszeichnungen und Produktionsvorlagen.
Eine letzte Rettung durch einen Übernahmeschritt bleibt theoretisch möglich, sollte sich bis zum Februar-Termin doch noch ein Investor finden. Ohne eine solche Lösung würde die Schließung jedoch das Ende einer seltenen handwerklichen Tradition bedeuten – und jahrhundertealtes, kulturell wertvolles Kunsthandwerk auslöschen.
Die Stilllegung bedeutet auch den Verlust von Spezialkenntnissen, die über Generationen weitergegeben wurden. Zwar bleibt das Erbe der Manufaktur in ihren erhaltenen Werken lebendig, doch die Zukunft ihrer Entwürfe und Techniken hängt nun davon ab, ob es gelingt, die Archive zu sichern. Die endgültige Entscheidung über das Schicksal der Werkstatt fällt bis Monatsende.






