Millarden-Deal für F126-Fregatten: Rheinmetall bleibt Favorit – doch die Entscheidung lässt auf sich warten
Emma GüntherMillarden-Deal für F126-Fregatten: Rheinmetall bleibt Favorit – doch die Entscheidung lässt auf sich warten
Der Wettlauf um den 10-Milliarden-Euro-Auftrag für die F126-Fregatten der deutschen Marine wird immer intensiver. Rheinmetall gilt weiterhin als Favorit, doch das Verteidigungsministerium hat sich noch nicht für einen Hauptauftragnehmer entschieden. Unterdessen meldete der Zulieferer RENK trotz jüngster Kursrückgänge – ausgelöst durch die anhaltende Unsicherheit im Beschaffungsprozess – starke Finanzzahlen.
Das F126-Programm der Deutschen Marine umfasst sechs neue Fregatten mit einem Gesamtbudget von rund 10 Milliarden Euro. Rheinmetall festigte seine Position 2023 durch die Übernahme der Werftsparte von Lürssen für 1,5 Milliarden Euro und stärkte damit seine Aussichten als Generalunternehmer. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 69,5 Milliarden Euro liegt das Unternehmen deutlich vor dem Konkurrenten ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), das auf 5,4 Milliarden Euro bewertet wird.
Das Verteidigungsministerium prüft weiterhin die Optionen; eine Entscheidung wird nicht vor Ende April erwartet. Rheinmetall sieht sich einem alternativen Angebot gegenüber, an dem wahrscheinlich TKMS beteiligt ist – ein Spezialist für die kleineren Meko-A-200-DEU-Fregatten. Die endgültige Vertragsvergabe könnte bereits in diesem Sommer erfolgen.
RENK, ein zentraler Zulieferer des Programms, verzeichnete für 2025 Rekordzahlen: Der Umsatz stieg auf 1,37 Milliarden Euro, während sich der Nettogewinn auf 101 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Der Auftragsbestand wuchs auf 6,68 Milliarden Euro an. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen noch bessere Ergebnisse und peilt einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro an. Die Aktionäre profitieren zudem von einer 38-prozentigen Dividendenerhöhung auf 0,58 Euro pro Aktie, auszahlbar ab dem 11. Juni 2026.
Doch das Investorenvertrauen ist ins Wanken geraten. Der Aktienkurs von RENK ist seit seinem Höchststand im Oktober 2025 um über 40 Prozent gefallen und liegt weiterhin unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Am Tag der Veröffentlichung der Geschäftszahlen verlor die Aktie drei Prozent, während TKMS fast sieben Prozent einbüßte. Die nächste Aktualisierung zur Performance von RENK folgt mit dem Quartalsbericht am 6. Mai 2026.
Der Zeitplan für das F126-Programm hängt weiterhin von der Entscheidung des Verteidigungsministeriums Ende April ab. Sollte Rheinmetall den Zuschlag als Hauptauftragnehmer erhalten, würde dies seine Vorherrschaft in der deutschen Marinebeschaffung festigen. Für RENK stehen den starken Finanzkennzahlen hingegen Marktunsicherheiten gegenüber, da Anleger auf Klarheit über die Zukunft des Fregattenauftrags warten.






