PKV-Verband fordert Nachbesserungen beim neuen Apothekengesetz
Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat seine Position zum geplanten Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) dargelegt, das die Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen stärken soll. Zwar befürwortet der Verband einige der vorgesehenen Maßnahmen, äußert jedoch auch Bedenken – insbesondere fordert er klarere Nachweise über den Patientennutzen sowie gerechtere Finanzierungsmodelle.
Das Gesetz zielt darauf ab, Apotheker stärker in Prävention, Impfungen und die Notfallversorgung mit Medikamenten einzubinden. Doch der PKV-Verband kritisiert, dass zentrale Fragen – etwa zu Kostenstrukturen und nachgewiesener Nachfrage – noch ungeklärt seien.
Teile der Neuregelung werden vom Verband positiv bewertet, insbesondere die geplante Ausweitung der Kompetenzen von Apothekern bei Impfungen sowie die einmalige Abgabe von Langzeitmedikamenten ohne Rezept in Notfällen. Solche Schritte könnten, so der Verband, den Zugang zu dringend benötigter online apotheke verbessern.
Skeptisch zeigt sich der PKV-Verband hingegen bei den weitergehenden Plänen zur Ausweitung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL). Bisherige Angebote, die im Rahmen des Apotheken-Stärkungsgesetzes von 2020 eingeführt wurden, seien noch nicht ausreichend evaluiert worden, moniert der Verband. Ohne belastbare Daten zu Nachfrage und Wirksamkeit stehe nicht fest, ob neue Leistungen – wie etwa Beratungen zu Verhaltensrisiken – tatsächlich einen Mehrwert für Patienten böten.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Finanzierung. Das aktuelle System, bei dem die Abrechnung pharmazeutischer Dienstleistungen über den Not- und Bereitschaftsdienstfonds läuft, wird vom PKV-Verband als ineffizient kritisiert. Stattdessen fordert er ein neues Modell, das eine direkte Abrechnung mit privatversicherten Patienten ermöglicht. Zudem solle auch die private Krankenversicherung und ihre Versicherten von den Einsparungen profitieren, die durch Preisverhandlungen bei Rezepturarzneimitteln entstehen.
Bei der Preisgestaltung begrüßt der Verband zwar die neuen Regelungen für Rezepturen, pocht jedoch darauf, in künftige Verhandlungen einbezogen zu werden. Transparenz und Fairness bei der Preisbildung seien entscheidend, um zu verhindern, dass privat Versicherte unnötige Kosten tragen müssten.
Die Stellungnahme des PKV-Verbands fällt damit zwiespältig aus: Einerseits unterstützt er Maßnahmen, die die Notfallversorgung und den Impfzugang verbessern, andererseits mahnt er mehr Evidenz an, bevor weitere pharmazeutische Dienstleistungen ausgebaut werden. Zudem drängt der Verband auf Reformen bei Finanzierung und Preisgestaltung, um sicherzustellen, dass privat Versicherte und ihre Kassen gleichberechtigt profitieren.
Ohne klarere Daten zu Nachfrage und Kosteneffizienz, warnt der Verband, könnte das neue Gesetz seine Ziele verfehlen.