Riester-Rente adé: Warum die geplante Reform für Streit über Gebühren sorgt
Emma GüntherRiester-Rente adé: Warum die geplante Reform für Streit über Gebühren sorgt
Die Pläne Deutschlands zur Reform des privaten Rentensystems haben eine hitzige Debatte ausgelöst. Die Regierung will die Riester-Rente durch ein neues Sparkonto ersetzen, das bessere Marktrenditen bietet. Doch der größte Streitpunkt bleibt die geplante Obergrenze für Gebühren der Sparer.
Das aktuelle Riester-Renten-Modell, das 2001 eingeführt wurde, konnte sich nie richtig durchsetzen. Bis 2023 gab es nur etwa 10 bis 12 Millionen Verträge – das entspricht lediglich 15 bis 20 Prozent der anspruchsberechtigten Haushalte. Bei durchschnittlichen Renditen von 2 bis 3 Prozent pro Jahr verloren viele Sparer durch die Inflation real an Wert, vor allem wegen hoher Gebühren von bis zu 5 bis 6 Prozent jährlich. Kritiker, darunter Verbraucherschützer wie die Stiftung Warentest, fordern seit Langem eine Reform und verweisen auf überhöhte Kosten, schlechte Performance und ein System, das Besserverdiener begünstigt.
Der neue Vorschlag sieht ein standardisiertes Rentenprodukt vor, das teilweise mit öffentlichen Mitteln finanziert wird. Finanzminister Lars Klingbeil hat sich bereit gezeigt, die Gebühren zu begrenzen, doch die genaue Höhe bleibt umstritten. Der ursprüngliche Regierungsvorschlag einer jährlichen Obergrenze von 1,5 Prozent stößt auf Widerstand: Verbraucherschützer und einige Abgeordnete fordern deutlich niedrigere Sätze – teilweise bis hinab zu 0,5 Prozent. Befürworter strengerer Limits argumentieren, dass geringere Gebühren den Wettbewerb unter den Anbietern fördern und das Modell attraktiver machen würden.
Eine parlamentarische Anhörung am 16. März wird diese unterschiedlichen Positionen prüfen. Das Ergebnis der Debatte wird die endgültige Gebührenstruktur prägen – und damit maßgeblich darüber entscheiden, ob das neue Konto die Sparer überzeugt.
Ziel der Reform ist es, die Altersvorsorge zu stärken, während Deutschland mit demografischen Veränderungen konfrontiert ist. Die Entscheidung über die Gebührenobergrenze wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob das neue Rentenkonto breitere Akzeptanz findet. Ohne wettbewerbsfähige Kosten könnte das System an denselben Problemen scheitern wie sein Vorgänger.