Siemens plant radikalen Umbruch: Sparten sollen in One-Tech-Company aufgehen
Marie SchneiderSiemens plant radikalen Umbruch: Sparten sollen in One-Tech-Company aufgehen
Laut Medienberichten plant Siemens einen umfassenden internen Umbruch, um seine Geschäftsabläufe zu straffen. Im Rahmen der One-Tech-Company-Strategie könnte der Konzern die Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure auflösen. Ziel der Maßnahme ist es, das Unternehmen von einem breiten Mischkonzern zu einer stärker fokussierten Technologiegruppe umzubauen.
Im Zuge der Umstrukturierung würden zentrale Bereiche wie Prozessautomatisierung und Energiemanagement direkt der Konzernführung unterstellt. Siemens hat die Details zwar nicht bestätigt, lehnte jedoch eine Stellungnahme zu einem Handelsblatt-Bericht über die möglichen Veränderungen ab.
Vor etwa eineinhalb Jahren hatte Vorstandschef Roland Busch die One-Tech-Company-Strategie intern eingeführt. Der Plan sieht vor, doppelte Strukturen abzubauen und die parallele Entwicklung überschneidender Technologien zu beenden. Zwar sind keine Stellenstreichungen geplant, doch dürften Anpassungen in Vertrieb, Einkauf und Entwicklung folgen.
Aktuell leitet Matthias Rebellius die Sparte Smart Infrastructure, während Cedrik Neike für Digital Industries verantwortlich ist. Auch die Ausgliederung von Siemens Healthineers soll dazu beitragen, dass die verbleibenden Einheiten enger zusammenarbeiten.
Stand September 2025 beschäftigte Siemens weltweit rund 318.000 Mitarbeiter. Am Standort Amberg arbeiten etwa 2.400 Beschäftigte in der Sparte Smart Infrastructure, weitere 4.500 sind auf zwei Siemens-Werke vor Ort verteilt, darunter auch Bereiche von Digital Industries. Genauere Zahlen für die kombinierten Sparten liegen nicht vor.
Die geplante Neuordnung würde einen deutlichen Wandel in der Siemens-Konzernstruktur bedeuten. Durch den Abbau von Spartengrenzen strebt das Unternehmen eine effizientere Arbeitsweise unter einem einheitlichen Technologiefokus an. Die Änderungen, sofern umgesetzt, würden vor allem interne Prozesse betreffen, ohne dass mit einem Personalabbau zu rechnen ist.






