Skandal um explodierende Kosten: Bundestag stoppt Millionen-Deal für Diesel-Tankcontainer
Marie SchneiderSkandal um explodierende Kosten: Bundestag stoppt Millionen-Deal für Diesel-Tankcontainer
Deutsche Abgeordnete haben einen großen Beschaffungsauftrag des Verteidigungsministeriums für Diesel-Tankcontainer vorläufig gestoppt. Der Schritt folgt scharfer Kritik an explodierenden Kosten und Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs. Das Vorhaben, das ursprünglich die Litauen-Brigade und die Truppenlogistik unterstützen sollte, sieht sich nun mit Verzögerungen konfrontiert, da Haushaltspolitiker Antworten fordern.
Ursprünglich war der Kauf von 902 Tankcontainern zu Gesamtkosten von rund 262,67 Millionen Euro – inklusive Mehrwertsteuer – vorgesehen. Doch der Stückpreis ist von 142.000 auf 291.000 Euro hochgeschnellt und hat damit bei Mitgliedern des Haushaltsausschusses Empörung ausgelöst. Ein Abgeordneter nannte die Preiserhöhung "skandalös" und stellte infrage, ob die Steuerzahler hier ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis erhielten.
Die Lieferung der Container ist bis 2029 geplant, wobei der übergeordnete Rahmenvertrag potenziell bis zu 4.200 Einheiten umfassen könnte. Bei vollständiger Umsetzung könnten die Gesamtkosten auf etwa 902 Millionen Euro steigen. Der haushaltspolitische Sprecher der CDU, Andreas Mattfeldt, warnte vor einer "Rüstungsbeschaffungsinflation" und betonte die Notwendigkeit wettbewerblicher Ausschreibungen, um die Ausgaben im Griff zu behalten.
Mattfeldt forderte zudem unverzügliche Maßnahmen, um die finanzielle Handlungsfähigkeit bis 2029 zu sichern. Das Verteidigungsministerium hingegen hält sich mit Details zurück und erklärt, man könne erst nach der endgültigen Zustimmung des Bundestags Stellung nehmen.
Der Beschaffungsstopp unterstreicht die wachsenden Spannungen um Militärhaushalte und Transparenz. Die Abgeordneten drängen auf strengere Kontrollen, bevor das Projekt voranschreitet. Ohne Kurskorrekturen könnte die Rechnung für die Steuerzahler noch weiter steigen.






