Wohnungsnot in Deutschland: Immer weniger Quadratmeter für dasselbe Geld
Marie SchneiderWohnungsnot in Deutschland: Immer weniger Quadratmeter für dasselbe Geld
Bezahlbarer Wohnraum wird in Deutschland seit 2020 immer knapper – in 60 von 80 untersuchten Städten ist das Angebot um mindestens zehn Prozent geschrumpft. Besonders betroffen sind die großen Ballungsräume, wo steigende Mieten und Baukosten Mieter in immer kleinere Wohnungen für dasselbe Geld drängen.
In Berlin erhalten Mieter für 1.000 Euro Kaltmiete heute 16 Quadratmeter weniger als noch 2022. In Hamburg sind es 12 Quadratmeter, in Mainz neun. Auch in Wiesbaden wird der Wohnraum knapper: Für 1.000 Euro gibt es nur noch 82 Quadratmeter – 2022 waren es noch 91.
Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Ruhrgebiet. In Städten wie Gelsenkirchen schrumpft die Fläche für dieselbe Miete um 29 Quadratmeter – ein Rückgang, der deutlich stärker ausfällt als in anderen Regionen. Experten führen dies auf einen „Nachholeffekt“ zurück: Selbst moderate Mietsteigerungen schlagen hier mit zweistelligen prozentualen Zuwächsen zu Buche.
Immowelt-Chef Theo Mseka spricht von einer „alarmierenden“ Lage in den Großstädten. Als Hauptgründe nennt er steigende Baukosten, höhere Instandhaltungskosten und Zinserhöhungen. Zudem treibe die Nachfrage aus den überhitzten Metropolen die Preise weiter in die Höhe.
Mseka warnt: Ohne gezielte Entlastung für die Baubranche werde sich der Teufelskreis aus schrumpfenden Wohnflächen und explodierenden Mieten weiter verschärfen.
Die Daten zeigen einen klaren Trend: Mieter bekommen in ganz Deutschland weniger Wohnraum für ihr Geld. Ohne Gegenmaßnahmen wird der Druck auf die Wohnungsmärkte weiter zunehmen – vor allem in begehrten Großstädten und Regionen mit rasanten Preisanpassungen.






